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100 Jahre Umspannwerk Jena-Nord: Vom industriellen Pionierbau zum interaktiven Erlebnisort
Das vor 100 Jahren errichtete Umspannwerk Jena-Nord ist ein herausragendes Zeugnis der thüringischen Industriegeschichte. Das 1926 erbaute Gebäude, das einst als zentraler Knotenpunkt für die Elektrifizierung der Region diente, hat im Laufe der Jahrzehnte eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen. Heute beheimatet das historische Backsteingebäude die „Imaginata“ – ein überregional bekanntes Science-Center, in dem wissenschaftliche Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar gemacht werden.
Um die historische Bedeutung des Umspannwerks zu verstehen, lohnt ein Blick in die frühen 1920er Jahre. Damals glich die Stromlandschaft in Thüringen einem Flickenteppich: Rund 200 große und kleine Unternehmen produzierten Strom, ohne dass es eine übergeordnete organisatorische Struktur gab. Um unwirtschaftliche Einzelerweiterungen zu verhindern und eine bezahlbare, vernetzte Energieversorgung aufzubauen, wurde 1923 das Thüringenwerk in Weimar gegründet. Dessen Kernprojekt war die sogenannte „Landessammelschiene“, eine ringförmige Hochspannungsleitung, die thüringische Kraftwerke untereinander und mit den Netzen in Bayern, Hessen und dem sächsischen Großkraftwerk Böhlen verbinden sollte.
Das Umspannwerk Jena-Nord war die physische Umsetzung dieser Vision. Der Entwurf stammte von dem Weimarer Architekten Bruno Röhr, der sich 1925 in einem Wettbewerb durchsetzen konnte. Die Standortwahl im Norden von Jena fiel nicht zufällig: Die Optik- und Glasunternehmen Zeiss und Schott bildeten einen enormen Lastschwerpunkt mit gewaltigem Energiebedarf. Zudem bot die Lage am Stadtrand mit direktem Eisenbahnanschluss ideale logistische Bedingungen für den Bau und den Betrieb der gewaltigen Anlage.
In seiner ursprünglichen Funktion war das Umspannwerk essenziell für den reibungslosen Energietransport. Transformatoren spannten den Strom für den verlustarmen Transport über weite Strecken hoch und für die lokale Verteilung an Haushalte und die Industrie wieder herunter. So wurde sichergestellt, dass die Energie effizient und sicher bei den Verbrauchern ankam.
Heute fließt durch die gigantischen Isolatoren aus Keramik keine Hochspannung mehr, doch die historische Messwarte und die alte Schaltanlage sind als Baudenkmal erhalten geblieben. 1995 gründeten Gundela Irmert-Müller und Prof. Peter Fauser von der Universität Jena in diesen Räumlichkeiten das Experimentarium. Im Jahr 1999 erwarb die Imaginata den 110-kV-Teil des Werks von der TEAG für eine symbolische D-Mark. Auf mittlerweile über 1.500 Quadratmetern können Laien und Fachleute seither Phänomene aus Technik, Physik und Chemie spielerisch hinterfragen.
Diese 100-jährige Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart wurde im August 2026 mit der Sonderausstellung „Was geschah im Umspannwerk?“ gefeiert. Begleitet wurde die Schau vom TEAG-Arbeitskreis „Stromgeschichte Thüringens“. Rund 20 Ehrenamtliche, überwiegend ehemalige Beschäftigte der Energiewirtschaft um Gründungsmitglied Matthias Wenzel, dokumentieren akribisch die Energiegeschichte des Freistaats.
Durch interaktive Exponate, Vorführexperimente und ein begleitendes Erzählcafé wurde die Historie des Hauses für die Öffentlichkeit greifbar gemacht. Besucher konnten historische Bauteile wie Schaltpulte aus nächster Nähe begutachten. Wie Maik Sterzing, Vereinsvorstand der Imaginata, bei der Finissage betonte, gelang es durch die enge Zusammenarbeit, eine lebendige Erinnerungskultur zu schaffen. Die Ausstellung verdeutlichte eindrucksvoll: Wer die komplexen Herausforderungen der Energieversorgung von morgen verstehen will, muss wissen, auf welchen historischen Fundamenten sie errichtet wurde.
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Tag der offenen Tür am 12.09.2026

Rückblick: Ein voller Erfolg – Der Tag der offenen Tür bei der TEAG!
Die beigefügte Bildergalerie gibt einen Eindruck davon, wie viel es an diesem Tag zu entdecken gab.
Stromgeschichte hautnah erleben
Ein besonderes Highlight war die Präsenz unseres Arbeitskreises „Stromgeschichte Thüringens“ und Historischem Unternehmensarchiv der TEAG Thüringer Energie AG. An unserem Stand präsentierten wir einen kleinen, aber feinen Fundus aus dem Historischen Unternehmensarchiv, der auf reges Interesse stieß.
Interaktion, Gespräche und Spaß für die Jüngsten
Die Gespräche mit unseren interessierten Gästen haben uns sehr gefreut. Auch für die jüngsten Besucher gab es einige tolle Überraschungen zu entdecken.
Unser Fazit: Es war ein rundum gelungener Tag voller spannender Begegnungen und Einblicke in die Welt der Energie.
Die Bilder stellte uns freundlicher Weise die TEAG Thüringer Energie AG Erfurt zur Verfügung.
Unser Team zum Tag der offenen Tür bei der TEAG Thüringer Energie AG in Erfurt:

Vorführung unseres Mitgliedes Andreas Schmidt zu spektakulären Versuchen mit der Elektrotechnik:


Unsere Ausstellung, von der Erzeugung über die Stromnetze und die dazu gehörige Steuerung:


Blindschaltbild der ehemaligen Bereichslastverteilung Erfurt zur Steuerung des 110-kV-Netzes in Thüringen:


Dazu gab es viel Gesprächsbedarf:


Weitere Ausstellungsstücke:


Das Highliht, ein voll funktionierender Quecksilber-Dampfgleichrichter:

Auch dazu gab es viel Gesprächsbedarf:

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Auch in diesem Jahr findet wieder der Tag der offenen Tür bei der TEAG Thüringer Energie AG statt.
Termin: 12.09.2026
Uhrzeit: 11.00-17.00 Uhr
Es gibt mehrere Standorte, an denen man die TEAG kennen lernen kann.
- Standorte:
Siehe Flyer
- Aktionen:
- Führungen durch die Heizkraftwerke
- Mitmach-Experimente für Kinder und Erwachsene
- Informationen zu Elektromobilität
- Karrierestand
- Informationen zum Batteriespeicher
- Drohnenflüge
- und vieles mehr
Wir laden Sie dazu rechtherzlich ein.




Ihnen viel Spaß.
Ihr Arbeitskreis “Stromgeschichte Thüringens“ und „Historisches Unternehmensarchiv“ der TEAG Thüringer Energie AG.
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In Erinnerung an Klemens Will (1932 – 2026)

Wir trauern um unser Gründungsmitglied und langjährigen Mitstreiter im Arbeitskreis (AK) “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG.
Er verstarb am 01.August 2026 im Alter von 94 Jahren in Erfurt.
Klemens Will wurde am 29.08.1932 in Erfurt geboren und ging in Erfurt zur Grundschule, sowie aufs Gymnasium. Er brach 1949 den Gymnasiums Besuch in der 11. Klasse ab, um seine Familie finanziell unterstützen zu können. Von 1949 bis 1951 machte er eine Lehre als Elektromonteur bei dem VEM Starkstromanlagenbau Erfurt (Vormals Siemens und AEG). Er arbeitete bis 1953 in diesem Betrieb. 1953 wechselte er zur VEB Energieversorgung Erfurt. Klemens Will machte im Juli 1955 den Abschluss “Meister für elektrische Anlagen“ an der Ing.-Schule für Elektroenergie „Dr. Robert Mayer“ in Zittau und arbeitete dann als Meister im Kraftwerk Bleicherode.
Das Fernstudium an der Ing.-Schule für Elektroenergie „Dr. Robert Mayer“ in Zittau schloss er im Juli 1962 als „Elektroingenieur“ ab. Als Jungingenieur arbeitete er gemeinsam mit dem ehemaligen AK-Mitglied Walter Schossig im Kraftwerk Bleicherode-Ost der Energieversorgung Erfurt. Klemens Will wechselte zum Heizkraftwerk Erfurt (HKW) als „Elektro- und Maschineningenieur“.
Im Jahr 1967 baute er dort mit dem VEB Wärmeanlagenbau Berlin eine 5 MWe Gegendruckmaschine auf.
1969 baute er im HKW Erfurt die neue chemische Wasseraufbereitung auf und band die Lütschetalsperren-Wasserleitung der Deutschen Reichsbahn ins Kraftwerksnetz ein.
Nach der beruflichen Weiterbildung im Bereich der Fernwärmeversorgung in Markkleeberg wurde er 1970 zum stellvertretenden Kraftwerksleiter im Heizkraftwerk Erfurt ernannt.
Neben seinem beruflichen Leben arbeitete er auch als Dozent an der Betriebsakademie der Energieversorgung Erfurt. Aufgrund seiner fachlichen Kompetenz wurde ihm die Bauleitung für die Erweiterung der Fernwärmeanlagen im Heizkraftwerk Erfurt übertragen.
Klemens Will wurde im November/Dezember 1969 zum Fachberater für den Aufbau des „Energiekombinates Süd“, Vereinigung der Energieversorgungs-Betriebe Erfurt, Gera und Suhl berufen. Er wurde verantwortlich eingesetzt zur Vorbereitung der Übernahme der Heizwerke Gotha, Eisenach und Nordhausen in die Energieversorgung Erfurt.
1990/91 plante und baute er gemeinsam mit unserem AK-Mitglied Hans Rauchhaus und der Maingas AG ein Gasturbinen- und Dampfkraftwerk (22 MWe und 54 MWwärme) in Eisenach für die ENAG/Maingas Energieanlagen GmbH (EMEG) zur Medienversorgung für das Opel-Werk.
Für seine geleistete Arbeit erhielt er verschiedene Auszeichnungen. Er war immer stolz auf seine Arbeit mit der er einen wesentlichen Beitrag zur stabilen Versorgung für die Bevölkerung und Industrie mit Elektroenergie und Fernwärme leisten konnte.
Durch seine Tätigkeit im AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG war er Autor bzw. Mitautor zahlreicher Broschüren und Publikationen über die Energiewirtschaft in Thüringen.
2020 wurde er zusammen mit dem AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG als Preisträger des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur, Kategorie III von der Historischen Kommission für Thüringen und der Thüringer Staatskanzlei ausgezeichnet.
Der AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG verliert mit Klemens Will einen langjährigen Kollegen und Erfahrungsträger. Durch sein Ableben entsteht eine „Lücke“, die schwerlich zu füllen sein wird. Kollegial, immer menschlich, wissensdurstig, unermüdlich in seinem Forscherdrang, ein Fachmann durch und durch - wir werden sein Andenken in Ehren und in bleibender Erinnerung halten.
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Nachruf In Erinnerung an Walter Schossig (1941 – 2026)

Wir trauern um unser Gründungsmitglied und langjährigen Mitstreiter im Arbeitskreis “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG.
Walter Schossig wurde 1941 geboren und ging in Sondershausen zur Grundschule. Im Kalischacht Sondershausen wurde er zum Elektriker ausgebildet. Von 1958 bis 1961 studierte er an der Ing.-Schule für Elektroenergie „Dr. Robert Mayer“ in Zittau. Als junger Elektroingenieur war seine erste berufliche Station von 1961 bis 1962 im Kraftwerk Bleicherode der Energieversorgung (EV) Erfurt.
1962-1963 arbeitete er als Ingenieur für Technik im Netzbetrieb Mühlhausen der EV Erfurt, danach 1963-1968 als Ingenieur für Elektrische Netze. Viele Jahre, von 1968 bis 1996, war er als Ingenieur bzw. Gruppenleiter Netzschutz im Energiekombinat in Gotha tätig, später bei ENAG/TEAG Thüringer Energie AG, Erfurt. Er entwickelte sich zu einem der prägenden Personen im Netzschutz der DDR und später, nach der politischen Wende auch im wiedervereinigten Deutschland. 1997 ging er in den Ruhestand, was aber seine vielfältigen Aktivitäten rund um die Energie- bzw. Netzwirtschaft eher noch beförderte.
In seinem beruflichen Leben arbeitete er in vielen Arbeitskreisen aktiv mit. Vom FUA „Mittelspannungsschutz“ der KDT, über den VDEW-AA "Relais- und Schutztechnik", in der Deutschen Elektrotechnischen Kommission (DKE) K434 "Messrelais und Schutzeinrichtungen" und dem Bayernwerk-AK "Schutzeinrichtungen", sowie im AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG. Bis kurz vor seinem Tod am 1. März 2026 war er aktiv im AK „Mittelspannungsschutz“ im VDE Dresden und Thüringen, arbeitete aktiv im bundesdeutschen VDE-Ausschuss „Geschichte der Elektrotechnik“ mit.
Über all die Jahre war er Mitglied des Vorstands im VDE-Bezirksverein Thüringen.
In der VDE-Reihe „Anlagentechnik für elektrische Verteilungsnetze“ brachte er das Buch „Netzschutztechnik“ heraus. Das Buch erlebte, später mit seinem Sohn Thomas Schossig als Co-Autor, sieben Auflagen und ist sehr beliebt bei Praktikern der Schutztechnik. Noch am Tag seines Todes schrieb er finale Kommentare für die in Druckvorbereitung befindliche 8. Auflage.
Die Geschichte der Schutz- und Leittechnik war ihm eine absolute Herzenssache. An der Chronik mit mehreren tausend Stellen arbeitete er fast täglich akribisch.
In der Zeitschrift „PACWorld“ veröffentlichte er seit ihrer Erstausgabe im Jahr 2006 in fast allen Ausgaben Artikel zur Energiegeschichte, die international große Aufmerksamkeit erfuhren.
Seine zahlreichen Vorträge zur Thematik „Netzschutz“, „Schaltberechtigung in Mittel- und Hochspannungsanlagen“, „Blackouts in der Stromversorgung“, „Geschichte der Schutztechnik“ und „Elektrische Wiedervereinigung Deutschlands“ hatten einen großen Zuhörerkreis.
Er war Autor bzw. Mitautor zahlreicher Broschüren und Publikationen über die Energiewirtschaft in Thüringen und Deutschlands.
2020 wurde er zusammen mit dem AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG als Preisträger des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur, Kategorie III von der Historischen Kommission für Thüringen und der Thüringer Staatskanzlei gewürdigt.
Höhepunkt seiner energiegeschichtlichen Laufbahn war die Würdigung mit der Karl-Joachim-Euler-Medaille des VDE für Verdienste um die Geschichte der Elektrotechnik im Rahmen eines Symposiums aus Anlass des einhundertjährigen Jubiläums der Gründung des Thüringenwerks im Oktober 2023 in Erfurt.

Der AK “Stromgeschichte Thüringens“ der TEAG Thüringer Energie AG verliert mit Walter Schossig, dem Kenner der Schutz- und Leittechnik, einen Netzwerker in Sachen Netz-Schutzkreisen sowie langjährigen Kollegen. Zudem geht mit ihm einer der größten Experten der Schutz- und Leittechnik im deutschsprachigen Raum verloren. Durch sein Ableben entsteht eine „Lücke“, die schwerlich zu füllen sein wird. Kollegial, immer menschlich, wissensdurstig, unermüdlich in seinem Forscherdrang, ein Fachmann durch und durch - wir werden sein Andenken in Ehren und in bleibender Erinnerung halten.